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Bildungssymposium online

Vier spannende Referenten haben ihre Gedanken über das Thema «Mission Zukunft – Die Chancen für die christliche Bildung» mit dem Publikum geteilt. Über die App slido.com konnten alle Teilnehmenden während und nach den Inputs ihre Fragen an die Referenten stellen.

Roger Spindler (Leiter Höhere Berufsbildung und Weiterbildung an der Schule für Gestaltung Bern und Biel) sprach über notwendige Weichenstellungen in der Schule nach Corona und wie Lernen in Zukunft aussehen könnte. Nachdem wir im Frühjahr durch den Lockdown ins kalte Wasser des «distance learning» geworfen wurden, stellt sich nun die Frage, ob wir wieder auf die alten Pfade zurückkehren oder mutig in die Zukunft gehen. Vier Aspekte sind beim Weg in die Zukunft wichtig:
– Beziehungsarbeit ist auch in veränderten Lernsettings wichtig und sie macht unsere Arbeit unverzichtbar.
– Wir müssen Lernräume gestalten und eine hybride Schule, welche die Stärken von digitalen und analogen Räumen kennt, neu denken.
– Wissen kann nicht nur auf digitalen Wegen vermittelt werden. Das nur digital erworbene Wissen entzieht sich dem Begreifen.
– Leben wir Rituale! Denn Rituale bringen eine Gemeinschaft ohne Kommunikation hervor, während heute eine Kommunikation ohne Gemeinschaft vorherrscht.

Oliver Dürr (Theologe und Historiker und aktuell Doktorassistent an der Theologischen Fakultät in Fribourg) betont, dass christliche Bildung eine konkrete Anwendung von Theologie sei. In den Schulen und Gemeinden sind wir herausgefordert, für Kinder und Jugendliche Vorbilder zu sein und ein geistliches Klima zu schaffen, in dem Glauben erlebt werden kann. Um fehlgeleitetes Begehren (= Sünde) zu verhindern, braucht es Bildung, die Weisheit kultiviert. Das bedeutet Kultivierung der Vorstellungskraft und der Plausibilitäten, Pädagogik des Herzens und der Tugend und Kultivierung der kritischen Reflexion und Urteilsfähigkeit.

Im Anschluss daran präsentierte uns Damian Gsponer (Pädagoge, Lerntherapeut und Schulleiter) auf ganz praktische Weise, wie die Schule der Zukunft auch aussehen könnte. Nachdem die Schule im 100-Seelen Bergdorf Bratsch im Kanton Wallis vor etwa fünf Jahren geschlossen wurde, gründete Damian Gsponer genau dort die gd-Schule. In aller Kürze gesagt lautet das Programm der Schule: «Wir bauen unser Dorf». Die Schüler arbeiten hauptsächlich an Projekten, die entweder ihren eigenen Ideen und Bedürfnissen entsprungen sind und/oder der Dorfentwicklung dienen. Schulstoff im althergebrachten Sinn holen sich die Schüler projektbezogen. Dennoch betont Damian Gsponer, dass sie nach Lehrplan 21 arbeiten und keine Abstriche bei der Erfüllung der Kompetenzziele machen müssen.

Abschliessend stellte uns Luc Zbinden (Dekan an einem Lausanner Gymnasium, unterrichtet französische und englische Literatur) die Generation Z näher vor. Es sind dies die Kinder, die seit 1998 geboren sind. Er charakterisiert sie als globalisiert, beeinflusst, auf der Suche nach Einzigartigkeit, Erfahrungen sowie sozialer Gerechtigkeit. Als Schule können wir die Generation Z am besten ins Boot holen, indem wir ihnen Verantwortung und Autonomie übertragen, neue Technologien verwenden, in kürzeren Sequenzen unterrichten, sie mehr im Team arbeiten lassen und ihnen regelmässig Feedback geben.

Das Bildungssymposium wäre keines, wenn da nicht auch Raum für den Austausch unter den Lehrpersonen bliebe. Auch hier haben die Organisatoren einen Weg gefunden, diesen Austausch dennoch zu ermöglichen. Am Samstagvormittag trafen sich die Lehrpersonen und Schulleitenden in Workshops, die über Microsoft Teams abgehalten wurden. In zwei Runden à je rund 10 Workshops fanden alle ein Thema, bei welchem sie etwas einbringen und von anderen profitieren konnten.

Aufgrund des Gehörten machen wir uns nun umgehend auf die Suche nach der künftigen hybriden Form unserer Bildungssymposien.

Roger Spindler im Gespräch mit David Schneider (Präsident ICB)
Oliver Dürr beantwortet die Fragen aus dem Publikum, die via slido.com eingegeben wurden. Rechts im Bild Eric Flury (Vorstandsmitglied ICB)