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Rückblick Weiterbildungen Lehrpersonen

Weiterbildung Lehrpersonen 2020

"Weltanschauung im Konflikt"

Der ICB-Lehrer-Weiterbildungstag am 12. 9. 20 thematisierte «Weltanschauungen im Konflikt». Am Morgen ging es um «Meine Weltanschauung» – wo stehe ich, woher kommt das? Am Nachmittag ging es um die Frage «Wie lernen Schüler die christliche Weltanschauung?»

Den Morgen gestalteten Vater und Sohn Walter und Oliver Dürr. Walter ist Gründer und Mitleiter der  Landeskirchlichen Gemeinschaft Jahu in Biel, Oliver wuchs darin auf und ist heute Theologe und Historiker, zurzeit Doktorassistent an der Theologischen Fakultät in Fribourg.

Oliver:

Wir leben in einer pluralen Welt – viele rivalisierende Weltanschauungen.

Mit zunehmendem technischem Fortschritt nimmt die Religiosität der Menschen ab – Säkularisierung  geschieht. Während ein säkularer Staat sich nicht in die Religion einmischt, ist Säkularismus mehr als säkular: Er ist normativ, er verlangt, dass die Gesellschaft säkular sei. Glaube hat dann im öffentlichen Raum nichts mehr zu suchen. Dieser Anspruch wird heute zunehmend in Frage gestellt. Er wird als kolonialistisch erkannt – der Anspruch auf weltweite Gültigkeit ist arrogant.

Ebenso gilt: Pluralismus ist mehr als Pluralität. Pluralität ist gut für unser Zusammenleben. Pluralismus schliesst jedoch einen Glauben an Transzendenz aus. -ismus ist normativ: Alle Glaubenssysteme haben gleichwertig zu sein. Ein Glaube an eine für alle gültige Wahrheit wird aufgegeben.

Der sehr lesenswerte kanadische Philosoph Charles Taylor beschreibt in seinen Büchern,  wie wir in der «Immanenz» leben, das heisst wir beschäftigen uns einfach mit dem, was uns gerade unmittelbar betrifft. «Mir geht es gut, auch ohne Gott». Im Zentrum steht das Individuum, nicht mehr die Gemeinschaft.