
Das Weiterbildungswochenende im Ländli gehört fest in den Kalender der ICB-Schulen. Und zwar nicht nur wegen der wunderschönen Lage am Ägerisee.
Dieses Jahr durften wir sowohl im Einführungstag für neue Lehrpersonen als auch im Weiterbildungsteil neue Teilnehmerrekorde verzeichnen. Der Einführungstag bot einen Einblick in die Geschichte der christlichen Bildung als auch in jene von Pionierschulen in der Schweiz. Die Weiterbildung zum Thema "Hirngerecht lehren" mit Dr. Maria Brasser von Hirncoach AG begeisterte von der ersten Minute.

Für den Einführungstag für neue Lehrpersonen an christlichen Schulen trudelten an diesem Freitagmorgen im Ländli 27 Teilnehmende ein. Sie kamen aus Orten so weit entfernt wie Thun, Basel oder Herisau, aus neun Schulen im Netzwerk ICB.
Andrea Meier von der Privatschule Salzh in Winterthur begrüsste nach Kaffee und Gipfeli alle im Vortragssaal unter dem Dach des Kirchenbaus. In der Vorstellungsrunde wurde eindrücklich, welche kreativen Geschichten Gott mit diesen Lehrpersonen geschrieben hatte, damit sie in ihren Schulen landeten und sich angekommen fühlten. Wiederholt hörte man, wie ganzheitlicher es sich anfühlt, wenn Gott, im Gegensatz zur Staatsschule, nicht ausgeklammert werden muss.
Anschliessend führte Andrea durch Geschichte und Bedeutung des Dachverbands Initiative Christliche Bildung (ICB) - gegründet 2004 zur Stärkung, Vernetzung und Lancierung neuer christlicher Schulen. Von einer Phase der Konsolidierung zur Phase des Wachstums auf 19 Schulen, von den jährlichen Bildungssymposien und vom Start des dezentralen christlichen Gymnasiums „Denkraum“ vor wenigen Wochen.
Cornelia Dell’mour zündete darauf ein Feuerwerk der Inspiration durch ihr fesselndes Referat über Johan Amos Comenius, der während des 30-jährigen Kriegs trotz widrigster Umstände, Verfolgung und Verlusten die Grundlagen der modernen Pädagogik legte, die heute noch weltweit gültig sind.
Im anschliessenden Podium mit fünf Schulleitenden wurden praxisnah die Fragen der Teilnehmer aufgegriffen: Woran merkt man, dass eine Schule christlich ist? Was sagt ihr Eltern, die erwarten, dass die Schule heile Welt sei? Warum glaubt ihr, dass ihr mit weniger Ressourcen gleichviel erreichen könnt wie die Staatsschulen? usw.
Am Nachmittag, nach einem Einblick in den Film „Ganz Mensch sein - Warum christliche Bildung wichtig ist“, arbeiteten Gruppen nach Zyklen aufgeteilt an der Frage „Was ist christlicher Unterricht?“
Den offiziellen Abschluss des reichen Tages bildete eine Gebets- und Segnungszeit. Inoffiziell schlossen manche den Tag mit einem Schwumm im Aegerisee, einem Besuch im Wellnessbereich oder einer gemütlichen Kaffeerunde im Schatten der grossen Platanen ab.
Die Weiterbildung am Samstag „Gehirngerechtes Lehren / Strategien und Techniken für einen erfolgreichen Unterricht“ lockte 70 Pädagog/innen ins Ländli. Die Referentin Dr. Maria Brasser hat 2021 zusammen mit der Neurowissenschafterin Dr. Barbara Studer die Firma Hirncoach AG gegründet, ein Spin-Off der Uni Bern. Sie ist selbst Mutter und Lehrerin für Jugendliche und ein authentisches Vorbild für hirngerechtes Lehren.
Heute weiss man sehr viel mehr über das Hirn als noch vor 30 Jahren, sagte sie. Es besteht aus ca. 100 Milliarden Neuronen, wiegt etwa 1.5 kg und beansprucht 20% des Sauerstoffs im Körper. Nach dem Prinzip „Wer rastet, der rostet“ entwickelt es seine Leistungsfähigkeit oder verliert sie. Für das Lernen ist entscheidend, dass alle Regionen des Hirns aktiviert werden - praktisch bedeutet das: Bewegung, Emotionen (Lachen!), visuelle, auditive, taktile und kognitive Impulse einbeziehen. Dazu bietet Hirncoach ganze Sammlungen von Ideen und Prgrammen an.
Ebenso wichtig wie Aktivität sei aber auch Ruhe und Entspannung. „Du hast erst gelernt, wenn du darüber geschlafen hast.“
Spannend war auch der Zusammenhang zwischen Glaube und Hirn, dem sich seit etwa 15 Jahren tausende von Studien jährlich widmen. Sie bestätigen die grössere Lebenszufriedenheit, besseren Beziehungen, gesünderen Lebensstil u.a.m.